Hypnosepunkt Rümlang

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Patientenbericht Spinnenangst, Börse in Kloten vom 25.9.2010


    Der Artikel im Tagesanzeiger „Mit Hypnose Spinnenphobie nehmen“ schien mir wie eine Verheissung. Im Sommer bei einem lauen Lüftchen am Abend das Fenster offen lassen zu können ohne Angst haben zu müssen, dass einen nachher ein schwarzes Krabbelungetüm, also so eine riesige fette, dicke schwarze Spinne mit Endlosbeinen, irgendwo in der Wohnung auflauert. Und das ist ja gerade das Problem, was mache ich, wenn ich alleine bin, und es ist noch Nacht? Die Feuerwehr rufen? Geht ja nicht, auch schon aus dem Grund, weil man ja blitzschnell reagieren muss, da dieses Spinnentier innert Bruchteilen von Sekunden schon hinter den nächsten Schrank flitzen könnte. Und das ist dann der totale Horror – die Vorstellung, dass dieses Tier hinter einem Schrank sitzt, oder schon irgendwo anders? Da ist mir jeweils der Puls bis über 200 gegangen, ich bekam kalte Schweissausbrüche auf der Stirn und mich packte die totale Panik. Einfach, als ob es irgendwie gar nicht mehr weiter gehe, als ob ich gleich tot umfallen müsste. Und natürlich, immer war die Angst da, ist wohl eine Spinne in der Wohnung. Dabei lüfte ich so gerne und mag frische Luft in der Wohnung. Ein wirklich blödes Dilemma.

    Dies die Vorgeschichte zu meinem Besuch am Insektentreffen in Kloten vom 25. Sept. 2010. Ich las vom dem Hypnoseangebot im Tages-Anzeiger. Ich dachte intuitiv, da musst du hingehen. Bei strömendem Regen ging ich dann wie geplant da hin und nahm mir vor, einfach nicht in die Terrarien zu schauen oder so ein Blick drauf zu haben, wo man äusserlich hinzuschauen scheint, aber in Tat und Wahrheit gar nicht hinsieht, sondern einfach hindurchsieht. Ich habe mich durchgefragt bis zu Ivo Rütsche, welcher gerade eine Frau von deren Grillenphobie geheilt hatte und diese überglücklich eine Grille in der Hand hielt und die ganze Zeit aus Freude lachte. Ich dachte noch, na ja, so wird’s bei mir ja nicht sein, ich werde dann halt einfach nach der Hypnose schnell verschwinden, vielleicht wirke es ja dann nach und nach. Irgendwie dachte ich auch, was hast du dir da wieder vorgenommen.

    Schliesslich war ich an der Reihe, es gab ein Vorgespräch, ich hatte einen Zettel unterschrieben und daraufhin machte ich mir’s auf der Liege bequem. Als Ziel hatten wir dann doch vereinbart, eine Spinne dann ev. Anzufassen. Klar, das wäre der „Jackpot“ gewesen, doch ich dachte, wünschen kann man ja…… Ivo Rütsche hat mich dann in eine mittlere Trance versetzt. Ich war absolut nicht beduselt, fand mich auch gar nicht esoterisch oder sowas benebelt, ich war eigentlich voll da und wurde tatsächlich entspannter und entspannter. Ich bin eher der angespannte Typ und wunderte mich, dass ich doch gut in eine Entspannung kam. Ich merkte das an meiner regelmässigen Atmung, die funktionierte wie im Schlaf. Ich will jetzt nicht alles wiederholen, was er gesagt hat, jedenfalls habe ich all meine Sorgen zuerst weit weg auf eine Wolke geschickt, danach visuell/seelisch einen Ort der Stille und des Friedens und des Wohlfühlens gesucht, an dem ich Kraft tanken konnte. Danach sollte ich mir ein Kino vorstellen mit verschiedenen Filmrollen. Und jetzt darf man dreimal raten: Die letzte Filmrolle beinhaltete einen Film mit einer ekligen fetten Spinne in der Hauptrolle als liebliches Lebewesen!

    Ich „erwachte“ dann von der Hypnose (ich war aber nie vollkommen weg), und wünschte mir, noch gerne länger in diesem wohligen Zustand verharren zu dürfen. Ich war total entspannt, etwas schläfrig und fühlte mich geborgen und wohl. Ich fror etwas, so wie ein angenehmes Frösteln.

    Ich dachte schon ans gehen, als mich Ivo Rütsche bat, noch schnell auf der Matte am Boden Platz zu nehmen, ich dachte die Hypnose würde noch mit ein paar Körperübungen beendet werden. Bis mir dann blitzschnell klar wurde, meine Güte, jetzt bringt er ein Kistchen mit seiner Cassandra, einer Vogelspinne!! Nur schon die Vorstelllung, dass dieses Kistchen die ganze Zeit in dem riesigen Raum in der Ecke gestanden hat, liess mich ungläubig erstarren. Mensch, diese Gefahr, und noch so nah! Ich muss noch sagen, ich wurde zu gar nichts gedrängt, aber es schien mir dann auch logisch, auszutesten, wie es wohl ist, nur ein paar Meter in der Nähe eines solches Exemplars (selbstverständlich im Kistchen) zu existieren. Ja, ich wurde neugierig.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Tatsächlich hatte ich am Schluss diese Therapiespinne (was ich ja noch witzig fand von der Terminologie her), putzig und flauschig mit ihren Pelzbeinen auf meinem Arm und der Hand, danach noch am Hals (gibt sogar Fotos davon). Der Kopf wollte mir immer noch einreden, „Iiiihh, nein, auf keinen Fall“ doch der Körper zeigte keinerlei Stressreaktionen, kein Herzrasen, keine Schweissausbrüche, keine Fluchtreaktion, aber auch kein auf die Zähne gebissenes Ausharren müssen. Nein, ich konnte diese Spinne ganz normal anfassen und auf mir krabbeln lassen und merkte, wie leicht sie ist und irgendwie verletzlich. Es ist ein Gefühl, ich kann’s nicht beschreiben, den Sieg über einen selbst, etwas noch nie dagewesenes, einfach absolut wahnsinnig.

    Ich denke, mit Hypnose ist sehr viel möglich. Es ist also wirklich möglich, auf das Unterbewusstsein Einfluss zu nehmen, und das noch relativ einfach, wenn es ein Fachmann macht und man sich dafür öffnet. Und trotzdem kann ich’s kaum glauben. Aber es ist wahr.

    Annette